Wie ticken die Aufklärer?

Von Jana und Anna

Caro: Letzens haben wir in der Schule die Epoche des Barocks besprochen und bis zur nächsten Stunde soll ich die Epoche der Aufklärung vorbereiten, aber irgendwie verstehe ich nicht, wie die Menschen damals getickt haben.

Sven: Genau dasselbe haben wir letztens auch thematisiert, und zuerst habe ich nur Bahnhof verstanden. Aber im Endeffekt ist es total einfach: Im Gegensatz zum Barock wollten die Vorreiter der Epoche der Aufklärung, also #Kant und #Lessing erreichen, dass die Menschen ihren Verstand gebrauchen und anderen Menschen und Institutionen nicht mehr blindlings vertrauen. Deswegen wurde das Denken und Zweifeln zur Tugend. In deinem Aufsatz solltest du etwas von der Befreiung aus der #selbstverschuldeten Unmündigkeit (Kant) schreiben, das kommt immer gut beim Lehrer an. Weiterlesen

Helden des Alltags

von Veronika

 

Bei der Frage, wer der eigene Held des Alltags ist, fällt womöglich vielen auf, dass sie sich gar nicht so viele Gedanken darüber machen und ihn einfach für selbstverständlich hinnehmen.

Ich persönlich teile meiner Mutter diese ‚Rolle‘ zu, wobei ich vermutlich nicht die einzige bin. Doch es ist faszinierend, wieviel sie leistet in all‘ den Dingen, die sie für uns macht.

Mutter zu sein ist ein harter Beruf und umfasst so viele einzelne Jobs, für die andere studieren, und für eine Mutter ist dies alles selbstverständlich. Dabei erkennen so viele die mütterliche Mühe erst gar nicht und nehmen sie als natürlich hin. Unsere Mütter machen all diese Tätigkeiten liebend gerne für uns, doch sollten wir auch bedenken, dass wir ihnen auch dafür danken. Sie werden sich darüber freuen! Weiterlesen

Expressionismus

Ein verzweifelter Grundkursschüler  (GKS) am frühen Morgen vor der Deutschklausur:

Grundkursschüler: Siri! Erzähl mir bitte etwas über den Expressionismus.

 Siri: Was möchtest du wissen?

 GKS: Welchen Zeitraum umfasst der Expressionismus?

 Siri:  Der   Expressionismus   umfasst   ca.   die   Jahre   1905   bis   1925.   Möchtest   du Hintergrundinformationen zu dieser Zeit?

 GKS: Ja gerne, Siri!

 Siri: Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Zeit des Umbruchs. Aufgrund der Industrialisierung arbeiteten immer mehr Menschen in Fabriken und zogen somit vom Land in die Großstadt.

 GKS: Was hatte das für Folgen?

 Siri: Die Städte hatten ein starkes Bevölkerungswachstum, womit die Probleme zunahmen. Es gab keine ausreichende Struktur und Ordnung mehr. Daraufhin kam es unter anderem zur Massenarmut. Die Menschen wollten sich von der alten politischen Ordnung abkehren und wünschten sich eine Demokratie.

 GKS: Kam es dazu?

 Siri: Nein, denn 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, da es zusätzlich politische Spannungen zwischen den europäischen Großmächten gab.

 GKS: Wie wirkte sich das auf die Literatur aus?

 Siri: Die Dichter verarbeiteten die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs, die gesellschaftlichen Veränderungen und die Auswirkungen der Industrialisierung in ihren Werken. Es zeichnete sich eine Lust am Verfall ab. Die bestehende Welt sollte zugrunde gehen und ein neuer Mensch geschaffen werden. Dadurch verloren die Gedichte ihre klare Struktur. Auf Reim, durchgängiges Metrum und geordnete Strophenschemata wurde verzichtet.

 GKS: Was gab es noch für Besonderheiten in der Lyrik?

 Siri: Es wurde eine starke, einprägsame Bildlichkeit verwendet, zum besseren Verständnis der Gefühlswelt der Dichter. Typische rhetorische Figuren waren Worthäufungen und eine Syntax.

 GKS: Nenn mir bitte ein Beispiel.

  Siri: Gern.

 

Weltende

von Else Lasker-Schüler

 

Es ist ein Weinen in der Welt,

Als ob der liebe Gott gestorben wär,

Und der bleierne Schatten, der niederfällt, Lastet grabesschwer.

 

Komm, wir wollen uns näher verbergen… Das Leben liegt in aller Herzen

Wie in Särgen.

 

Du! wir wollen uns tief küssen –

Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, An der wir sterben müssen.

 

https://www.youtube.com/watch?v=jImyffcFTKk

 

GKS: Oh, in dem Gedicht geht es ja stark um Krieg und Zerfall.

 

Siri: Ja, da hast du recht! Dies sind typische Merkmale des Expressionismus. Besonders der Ich- Zerfall, welchen man in körperlichen und seelischen Zerfall differenzieren  kann, entstand durch die wachsende Anonymität und die Abwesenheit von Gott. Man glaubte nicht mehr an ein Leben nach dem Tod. Die einst so verlässliche Selbstwahrnehmung des Individuums schwand, wodurch es zu einer Selbstentfremdung kam. Eine Selbstentfremdung von der eigenen Gattung, dessen Resultat der Verlust der Menschlichkeit war. Es folgte der Ich-Verlust und eine vergebliche Suche nach Erfüllung mithilfe von Rauschmitteln.

Wie du schon am Titel des Gedichtes erkennen kannst, war die Angst vor einer Apokalypse durch verschiedene Ereignisse, wie z.B. einen angekündigten Kometen, der sich 1910 der Erde näherte und die Furcht vor einem Aufprall erweckte, groß.

 

GKS: Wirkte sich der Expressionismus auch so in der Musik und Kunst aus?

 

Siri: Ja, in der Musik wurde die Dissonanz anstelle der Konsonanz und ungewöhnlich hohe und tiefe Töne gewählt. Die textgebundene Musik stand im Vordergrund und es wurde versucht das Innere des Menschen wiederzugeben. Neben freier Rhythmik wurde von unkonventioneller Instrumentation Gebrauch gemacht.

In der Kunst hingegen gab es einen freien Umgang mit Farbe und Form, wobei dominierende, kräftige Farben gewählt wurden und das Motiv auf markante Formelemente reduziert wurde. Die Künstler wollten nicht die Eindrücke wirklichkeitsgetreu wiedergeben, sondern ihre individuellen Gefühle. So nannte man die Kunst auch „Kunst des seelischen Ausdrucks“.

 

GKS: Was sind denn   typische Beispiele aus dieser Zeit?

 

Siri: Ein Hauptvertreter der Musik war u. a. Arnold Schönberg. Hier kannst du dir eine seiner Kompositionen anhören:

 

https://www.youtube.com/watch?v=RqloMc9mYBM

 

 

Ein bekanntes Gemälde der Kunst ist „Der Schrei“ von Edvard Munch:

 

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GKS: Danke für die Informationen!

 

Siri: Du brauchst mir nicht zu danken, ich möchte, dass du zufrieden bist.