Blumen, Uhren und Totenköpfe; wie passt das zusammen?- Der Barock (4)

von Mara, Q2

Für mich ist der Barock nicht nur die Epoche des Sonetts und der sprachlichen Bilder, sondern vielmehr ein Zusammenwirken vieler verschiedenen Künste in einer gespaltenen Gesellschaft.
Der Barock ist eine durch Antithesen  wie zum Beispiel Leben und Tod, Ewigkeit und Zeit, Erotik und Tugend, geprägte Epoche.
Diese Antithesen lassen sich in der Literatur, aber auch in der Gesellschaft wiederfinden. Während der dreißigjährige Krieg herrschte und das einfache Volk unter Hungersnot und der Pest litt, führte der Adel ein luxuriöses Leben, welches nicht nur die Literatur, sondern auch andere bildende Künste beeinflusste.
Die Architekten erbauten prunkvolle Barockkirchen mit aufwendigen Verzierungen und die Künstler malten religiöse und mythologische Bilder im Auftrag des Adels. Die neuartige Verflechtung von Wort und Bild in der Kunst hängt auch mit der Symbolik und Bildsprache in der Literatur zusammen.
Sogenannte Embleme haben eine festgelegte Bedeutung, wie zum Beispiel die Blume, welche für die Vergänglichkeit der Schönheit steht, die Sanduhr, die für die ablaufende Lebenszeit steht und der Totenkopf, welcher die Menschen an den eigenen Tod erinnern und sie darauf aufmerksam machen soll, dass auch sie sterblich sind.

 

Advertisements

Romeo und Julia auf dem Dorfe – Textanalyse

Analysiere die Textstelle im Kontext der Erzählung, indem du sowohl die Veränderung der Beziehung zwischen den beiden Bauern als auch die der Ackers darstellst und begründest.

Die Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ von Gottfried Keller, veröffentlicht 1856, und somit in die Epoche des poetischen Realismus einzuordnen, handelt von der Liebe zwischen einem Paar, welche aber auf Grund der Verfeindung der beiden Vätern nicht gebilligt werden kann. Die Novelle erzählt außerdem von diesen beiden Vätern, die einst reiche Bauern waren, sich jedoch wegen dem Hass auf den anderen zu Grunde gerichtet haben und verarmt leben. Weiterlesen

Was macht den Barock aus? (3)

„Die Türme stehn in Glutt / die Kirch ist umgekehret.

Das Rathauß liegt im Grauß / die Starcken sind zerhaun.“*
Die Epoche des Barock ist geprägt vom Ausmaß des Dreißigjährigen Kriegs. Dieser Religionskrieg vernichtete viele Städte, zerstörte Landschaften und zersetzte das Gewissen der Menschen. Sie waren auch innerlich verletzt und aufgewühlt. An was sollten sie glauben? Sollten sie sich an Gott halten und für Gott leben, obwohl er solche Katastrophen zuließ? Oder sollten sie sich dem Irdischen hingeben und sich nicht darum scheren, was im Jenseits mit ihnen geschieht? Gab es das Jenseits überhaupt?

Genau diese Zerrissenheit machte sich die Literatur des Barock zum Gegenstand.
„Du siehst / wohin du siehst nur Eitelkeit auf Erden.“* Weiterlesen

Romeo und Julia auf dem Dorfe von Gottfried Keller – Textanalyse

Die Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ aus dem Jahr 1856 von Gottfried Keller erzählt von der Liebesgeschichte zweier junger Erwachsener aus zwei verfeindeten und im Laufe der Handlung verarmenden  Bauersfamilien.
Unmittelbar vor der Szene pflügen Manz und Marti ihre Äcker und ihre Kinder bringen ihnen einen Imbiss (vgl. S.10 Z.4). Danach dürfen die Kinder nicht mehr miteinander spielen (vgl. S.15 Z.11ff). Außerdem werden die Reaktionen der Eltern dargestellt. Aufgrund der finanziell dramatischen Situation entscheidet Manz, mit seiner Familie in die Stadt Seldwyl zu ziehen.
Die Szene beginnt mit der Auktion, auf der der mittlere Acker versteigert werden soll (vgl. S.10 Z.4). Im weiteren Verlauf der Handlung entsteht ein Streitgespräch zwischen den Bauern Manz und Marti über eine von Marti besetzte Ackerfläche. Dies ist der Auslöser eines andauernden, erbitterten Streites zwischen den Bauern. Infolgedessen fallen beide in die Hände von städtischen Spekulanten und verwetten ihre Vermögen, sodass sie zehn Jahre später vor dem finanziellen Ruin stehen. Weiterlesen

Was macht den Barock aus (2)?

Der Barock ist keine fröhliche Epoche, die traumatischen Erfahrungen des dreißig jährigen Kriegs sind eine beständige Erinnerung an die Vergänglichkeit des Menschen. „Memento mori“ – bedenke deine Sterblichkeit ist das Motto des Barocks, in jedem Gedicht findet man dazu Bezüge. Die Eitelkeit – wir würden heute eher den Begriff Arroganz oder Überheblichkeit verwenden- der Menschen, ihre Sterblichkeit zu vergessen und sich in Zerstörungswahn und dem Glauben, mehr als ein Nichts zu sein, zu frönen, anstatt sich auf einen Leben im Jenseits vorzubereiten; der strenge christliche Glaube vermochte in dieser Zeit jedoch auch Trost zu spenden im Hoffen auf ein friedvolleres und glücklicheres Leben nach dem Tod.
Die Gedichte folgen einem strengen Regelwerk, ähnlich wie der Glaube und das Leben es sollten, ihre Form sind vier Strophen je zwei Quartette mit umarmendem Reim und zwei Terzette mit schweifenden Reim und Alexandrinern als Versmaß. Im Wechsel von Quartetten zu Terzetten erfolgt auch meist ein Umbruch im Thema und der letzte Vers ist meist eine Mahnung an die eigene Sterblichkeit und sich daher dem Göttlichem zu zuwenden.
Lena Kertzscher

Was macht den Barock aus (1)?

Um diese Frage zu beantworten, kann man zunächst auf die Bedeutung des Namens dieser Epoche eingehen. „Barock“ bedeutet „deformierte Perle“ bzw. „unvollkommen“. Doch wirken die klassischen Bilder, die man von barocken Bauwerken hat, nicht unvollkommen oder deformiert, sondern symmetrisch und prunkvoll. Dies spiegelt sich nicht nur in der Architektur dieser Epoche wider, man kann es auch in kunstvollen Decken-bzw. Wandgemälden und Skulpturen erkennen, welche zusammen mit den Bauwerken zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. Viele Deckengemälde stellen Figuren der griechischen Mythologie dar, wobei diese auch Gegenstand der Literatur, in Form von Gedichten, und der Musik, in Form von Opern waren. Die Menschen flüchteten aus der Realität, welche aus Krieg bestand, in die Poesie, Malerei oder in die Musik. Eine bestimmte Art damaliger Musik, „Fuge“ genannt, bedeutet übersetzt sogar „Flucht“. Die Menschen waren sich, durch den Krieg, mehr als zuvor ihrer Sterblichkeit bewusst, was zu Folge hatte, dass sie ihre Ängste und traumatischen Erlebnisse in Form von Gemälden oder Gedichten versuchten zu überwinden.

von Holly, Q2